Elmshorns Doppel schockt Malaysia

22 Mrz

Zwei epische Endspiele krönten die 10. Swiss Open in Basel. Kölns Regu nur knapp geschlagen.

Swiss Open - Hang Time

Hang Time im Doppel-Finale / © Robert Varadi

Als die Journalistin vom Schweizer TV neidisch auf die schlanken Beine von Robert Dolezik schaute und der eingefrorene Rocky-Balboa-Blick von Simon Saborowski ihre (wahrscheinlich) blauen Augen traf, liefen ihr Tränen die (wahrscheinlich) samtweichen Wangen herunter, denn Sie wußte, dass sie schon bald nach Zürich zurück musste und nicht mehr mit ansehen würde, wie ihre Helden federleicht den Takraw Cat-Walk herab-stolzierten, sich drehten und wendeten, freundlich ins Publikum grüßten und ganz nebenbei einer Sensation gleich ins Rampenlicht hinein- und die weitgeflogenen Spieler aus Malaysia im Finale aus dem Rampenlicht heraustraten. Sie hieß (wahrscheinlich) Uschi oder Madeleine oder Heidi- also die auf High-heels rasende Reporterin – doch ihr Nachname wird niemals Dolezik oder Saborowski sein, denn die beiden sind nur einander versprochen, sind schon vor Jahren das heilige Takrawment der Ehe eingegangen. Nur Trauzeuge und Super Substitude Sebastian Schürmann durfte die beiden auf dem Weg zum Altar begleiten, schlichtete, wenn es einmal kriselte und hat es sich ebenso verdient, dort den goldenen Ball als Zeichen der Hochachtung aus den Amen von Pater Reto Loeliger überreichtbekommen zu haben.

Swiss Open - Dreier-Double

(v.l.n.r.) Schürmann, Dolezik, Saborowski, Loeliger, Nachwuchs

Elsmhorn gegen Malaysia, das war himmeldunkelblaue Haute Couture gegen knallgelbes Prêt-à-porter, bauchschenklige Annahmen von Robert und eiskaltes Kalkül von Simon, denn der geschmeidige Striker wußte: Anders als beim Schnick-Schnack-Schnuck gewinnt Schere immer, vor allem gegen die Steine, die Paan und sein kleiner gefährte den beiden erfolglos versuchte, zwischen die Haxen zu werfen. 3:0 (15:12, 15:8, 15:6) nach dem gefühlten Hauch einer Sekunde, soviel Kurzweil wehte durch die kleine St. Jakobshalle zu Basel. Schon im Halbfinale blieben die beiden ohne Satzverlust und nun endlich kommt der ehrwürdige TC 03 ins Spiel, seit jeher Nebenbuhler der nordelbischen Talente: Denn wenn die Elmshornen ein Diamant sind, der für das Finale noch geschliffen werden musste, so war Köln 1 im Halbfinale nicht weniger als ihr hochwertiges Schleifgerät, ausgestattet mit einem halbitalienischen Schäfer-Motor, spontan entwickelt von Spinddoctor Dreh Daniel Angerhausen, der kurzfristig zum Einsatz kam.

Elmshorns Trainer Ismael Salleh mit der Geste zum Turnier/ © Robert Varadi

Und dann das: Der finale Akt bei der zehnten Ausgabe Swiss Open, Malaysia 1 gegen Köln 1 im Regu, drei gegen drei. Wer hätte ahnen können, dass bei den Gerüchten um Paans Regu-Aufschläge so etwas wie Spannung aufkommen könnte, dass diese Partie epischer werden würde als jedes Derby von Fluminense gegen Flamengo, Foreman gegen Ali oder Vier gegen Willy? Niemand, außer der Turnier-DJ vielleicht, der die Platten vorsorglich für 90 Minuten auf Leerlauf stellte, denn so lange dauerte das Fünfsatzmatch, begleitet von frenetischen Zuschauern, die ohnehin jeden Beat aus der Box übertönt hätten. Nachdem der erste Durchgang 15:13 an Köln ging, stellte Malaysia das erste Mal um, funktionierte Tekong Paan zur Einmann-Armee um und ließ ihn die Sätze zwei und drei nach Hause ballern. Als niemand mehr mit einem kölner Comeback rechnete, stand es auf einmal 2:2 nach Sätzen, Yacoob machte den Günther Netzer und wechselte sich kurzerhand gegen den indisponierten Feeder ein und brachte etwas Ruhe zurück ins Spiel der hochgehandelten Asiaten. Passenderweise mit einem Service-Winner vom fleischgewordenen Katapult endeten der entscheidende Durchgang 15:13 und die Kölner als tragische Helden. (15:13, 9:15, 12:15, 15:9, 13:15)

Swiss Open - TC vs KT

Regu: Takraw Cologne vs Elmshorn 2 / © Robert Varadi

Dass der TC dennoch mit Pokal nach Hause fuhr, verdankt er den Frauen, die sich gegen Basel, Belgien und ein Kölner Mixed-team den Titel sicherten.

Wieder einmal war das Schweizer Turnier hochwertig besetzt mit jungen, alten, neuen, bekannten und am Ende durch Siege und trotz Niederlagen weitgehend lachenden Gesichtern, die sich hoffentlich alle Ende Mai beim Dragons Cup in Elmshorn wiedersehen.

Die Geschehnisse Punkt für Punkt findet Ihr hier:
Regu: http://www.konkuri.com/tournaments/5949c32218
Double: http://www.konkuri.com/tournaments/da1c60bb3c
Women: http://www.konkuri.com/tournaments/67ae19b3de

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Eine Antwort to “Elmshorns Doppel schockt Malaysia”

  1. m 22/03/2012 um 6:18 pm #

    nice

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