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Dragons Cup: Ansichten eines Takraw-Balls

1 Jun
Dragons Cup: Viertelfinale Elmshorn 2 (l.) vs Köln 1

Dragons Cup: Viertelfinale Elmshorn 2 (l.) vs Köln 1

Mit Füßen getreten und doch verehrt: Beim Dragons Cup im Elmshorn standen die geflochtenen Rattankugeln im Mittelpunkt. Malaysia, Köln und Elmshorn gingen besonders gut mit ihnen um.

„Christian Rieck war der Letzte, der mich oder einen meiner Artgenossen getreten hat, bei einem Turnier namens Dragons Cup. Ich habe seine Tritte genossen und als mir der finale Stoß versetzt wurde, schaffte es nicht mal der einst beste Spieler der Welt, mich anzunehmen. Zabidi Shariff heißt der und kommt aus Malaysia. Was für ein Name. Ich heiße Marathon MT 908 und komme aus Thailand…Während Rieck und seine Doppelpartner Trung Tran und Amran Salleh von Sukarela Elmshorn sich jubelnd in den Armen lagen, weil sie einer Sensation gleich im Finale das favorisierte malaysische Doppel vor heimischen Publikum in drei Sätzen besiegten, lag ich irgendwo in der KGSE-Halle rum, unbeachtet aber glücklich.

Ich bin rund zur Welt gekommen, und gelb, keine Angst, das sind keine Hämatome. Auch innere Verletzungen trage ich nicht davon, denn in mir ist ja nichts, gar nichts. Gummischale, gar kein Kern. Mir ist immer noch schwindelig von dem Wochenende. So viele Augen wie beim Dragons Cup sind selten auf mich gerichtet und so gekonnt wurde ich selten durch die Luft geschossen. Ehe mich die Doppel von Malaysia 1 und Elmshorn 1 malträtierten, habe ich ganz schön für Spannung gesorgt. Tapfere Jungs aus Kiel, die normalerweise eine kleiner Ballspezie verkloppen, haben es mit mir versucht und schon 4 Matchbälle gegen das renommierte Doppel Joschi und Thomas gehabt. Letztlich habe ich mich dann doch für die Jungs im Deutschland-Trikot entschieden. Auch die Kölner Thais San und To habe ich gegen die späteren Sieger kurz an der Sensation schnuppern lassen und bin dann doch von ihren Knöcheln und Waden abgeprallt, als wäre ich ein eckiger Flummi.

Dragons Cup: Doppel Halbfinale Elmshorn 2 (l.) vs Elmshorn 1

Dragons Cup: Doppel Halbfinale Elmshorn 2 (l.) vs Elmshorn 1

Beim 3 gegen 3 war ich natürlich auch mittendrin, was für ein durcheinander, soviele Beine…. Belgische, französische, schweizer, malaysische. Junge, alte, behaarte und zarte. Auch weibliche, zum Glück, immer nur von groben Männerfüßen gekickt zu werden, macht auf Dauer auch keinen Spaß. Die Elmshorner Ladies kannte ich noch nicht und sie waren nett zu mir, etwas zu nett vielleicht, kannten meine devote Ader wohl noch nicht. Die Damen aus Belgien waren schon weniger rücksichtsvoll, und bei den Kölner Frauen spürte ich kaum noch einen Unterschied zu den männlichen Tretern. Kein Wunder, dass die am Ende einen Pokal entgegen nahmen und sogar Herrenteams schlugen.

Auch die Kölner Männer habe ich mit einem Pokal in der Hand gesehen. Die wussten aber offensichtlich nicht, ob sie sich darüber freuen sollten, das hab selbst ich gesehen, obwohl ich gar keine Augen habe. Drei Tage lang schlugen sie im Regu auf mich ein, ließen keine Mannschaft auch nur einen Satz gewinnen, auch nicht die beiden besten Regus der Hausherren. Nur im Finale gegen Malaysia 1 prallte ich ein wenig zu oft von ihren Köpfen und Füßen ins Aus oder Netz, so dass ich am Ende ganz knapp für zu wenig Punkte auf Kölner Seite sorgte.

Dragons Cup: Regu-Final Malaysia 1 (l.) vs Köln 1

Dragons Cup: Regu-Final Malaysia 1 (l.) vs Köln 1

Auch von der zweiten Division muss ich mich erstmal wieder erholen. Volleyballer vom VfL Pinneberg haben mir die Stirn geboten – fast ausschließlich die Stirn…Musste mich erstmal von Schweiß und ihren blonden Haaren befreien und war froh, dass der Nachwuchs aus Basel mich hin und wieder im Finale mit der Sohle streichelte. Reichte aber nicht für die Schweizer Equipe, doch ich fürchte jetzt schon, dass mich die Kleinen in Zukunft härter rannehmen werden…ach, was heißt fürchten, mir gefällt es, ich bin Masochist aus hartem Plastik und freue mich schon auf eine Tracht Prügel bei den French Open in Strasbourg am ersten Septemberwochenende 2012.“

 

 

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Elmshorns Doppel schockt Malaysia

22 Mrz

Zwei epische Endspiele krönten die 10. Swiss Open in Basel. Kölns Regu nur knapp geschlagen.

Swiss Open - Hang Time

Hang Time im Doppel-Finale / © Robert Varadi

Als die Journalistin vom Schweizer TV neidisch auf die schlanken Beine von Robert Dolezik schaute und der eingefrorene Rocky-Balboa-Blick von Simon Saborowski ihre (wahrscheinlich) blauen Augen traf, liefen ihr Tränen die (wahrscheinlich) samtweichen Wangen herunter, denn Sie wußte, dass sie schon bald nach Zürich zurück musste und nicht mehr mit ansehen würde, wie ihre Helden federleicht den Takraw Cat-Walk herab-stolzierten, sich drehten und wendeten, freundlich ins Publikum grüßten und ganz nebenbei einer Sensation gleich ins Rampenlicht hinein- und die weitgeflogenen Spieler aus Malaysia im Finale aus dem Rampenlicht heraustraten. Sie hieß (wahrscheinlich) Uschi oder Madeleine oder Heidi- also die auf High-heels rasende Reporterin – doch ihr Nachname wird niemals Dolezik oder Saborowski sein, denn die beiden sind nur einander versprochen, sind schon vor Jahren das heilige Takrawment der Ehe eingegangen. Nur Trauzeuge und Super Substitude Sebastian Schürmann durfte die beiden auf dem Weg zum Altar begleiten, schlichtete, wenn es einmal kriselte und hat es sich ebenso verdient, dort den goldenen Ball als Zeichen der Hochachtung aus den Amen von Pater Reto Loeliger überreichtbekommen zu haben.

Swiss Open - Dreier-Double

(v.l.n.r.) Schürmann, Dolezik, Saborowski, Loeliger, Nachwuchs

Elsmhorn gegen Malaysia, das war himmeldunkelblaue Haute Couture gegen knallgelbes Prêt-à-porter, bauchschenklige Annahmen von Robert und eiskaltes Kalkül von Simon, denn der geschmeidige Striker wußte: Anders als beim Schnick-Schnack-Schnuck gewinnt Schere immer, vor allem gegen die Steine, die Paan und sein kleiner gefährte den beiden erfolglos versuchte, zwischen die Haxen zu werfen. 3:0 (15:12, 15:8, 15:6) nach dem gefühlten Hauch einer Sekunde, soviel Kurzweil wehte durch die kleine St. Jakobshalle zu Basel. Schon im Halbfinale blieben die beiden ohne Satzverlust und nun endlich kommt der ehrwürdige TC 03 ins Spiel, seit jeher Nebenbuhler der nordelbischen Talente: Denn wenn die Elmshornen ein Diamant sind, der für das Finale noch geschliffen werden musste, so war Köln 1 im Halbfinale nicht weniger als ihr hochwertiges Schleifgerät, ausgestattet mit einem halbitalienischen Schäfer-Motor, spontan entwickelt von Spinddoctor Dreh Daniel Angerhausen, der kurzfristig zum Einsatz kam.

Elmshorns Trainer Ismael Salleh mit der Geste zum Turnier/ © Robert Varadi

Und dann das: Der finale Akt bei der zehnten Ausgabe Swiss Open, Malaysia 1 gegen Köln 1 im Regu, drei gegen drei. Wer hätte ahnen können, dass bei den Gerüchten um Paans Regu-Aufschläge so etwas wie Spannung aufkommen könnte, dass diese Partie epischer werden würde als jedes Derby von Fluminense gegen Flamengo, Foreman gegen Ali oder Vier gegen Willy? Niemand, außer der Turnier-DJ vielleicht, der die Platten vorsorglich für 90 Minuten auf Leerlauf stellte, denn so lange dauerte das Fünfsatzmatch, begleitet von frenetischen Zuschauern, die ohnehin jeden Beat aus der Box übertönt hätten. Nachdem der erste Durchgang 15:13 an Köln ging, stellte Malaysia das erste Mal um, funktionierte Tekong Paan zur Einmann-Armee um und ließ ihn die Sätze zwei und drei nach Hause ballern. Als niemand mehr mit einem kölner Comeback rechnete, stand es auf einmal 2:2 nach Sätzen, Yacoob machte den Günther Netzer und wechselte sich kurzerhand gegen den indisponierten Feeder ein und brachte etwas Ruhe zurück ins Spiel der hochgehandelten Asiaten. Passenderweise mit einem Service-Winner vom fleischgewordenen Katapult endeten der entscheidende Durchgang 15:13 und die Kölner als tragische Helden. (15:13, 9:15, 12:15, 15:9, 13:15)

Swiss Open - TC vs KT

Regu: Takraw Cologne vs Elmshorn 2 / © Robert Varadi

Dass der TC dennoch mit Pokal nach Hause fuhr, verdankt er den Frauen, die sich gegen Basel, Belgien und ein Kölner Mixed-team den Titel sicherten.

Wieder einmal war das Schweizer Turnier hochwertig besetzt mit jungen, alten, neuen, bekannten und am Ende durch Siege und trotz Niederlagen weitgehend lachenden Gesichtern, die sich hoffentlich alle Ende Mai beim Dragons Cup in Elmshorn wiedersehen.

Die Geschehnisse Punkt für Punkt findet Ihr hier:
Regu: http://www.konkuri.com/tournaments/5949c32218
Double: http://www.konkuri.com/tournaments/da1c60bb3c
Women: http://www.konkuri.com/tournaments/67ae19b3de

Köln überzeugt am geflochtenen Debütanten-Ball

20 Feb

Mit den 1. Heidelberg Open hat die Sepaktakraw-Saison 2012 begonnen.

Während in der Heimat des jungehrwürdigen Takraw Club Cologne 03 die fünfte Jahreszeit eingeläutet wurde, feierten die Kölner Teams äußerst erfolgreich den Aufgalopp in die neue Takraw-Saison. Erst sah alles eher nach einem leichten Trab aus, fehlten doch dieses Mal Spieler aus Malaysia und einige aus Elmshorn, doch schon nach der Büttenrede des heidelberger Zeremonienmeisters und einem Blick auf den Spielplan wurde deutlich, dass die Beine mehr zu leisten haben würden, als stundenlang auf dem Alter Markt rumzustehen und ab und an „nossa nossa“ rufend die Hüften in Bewegung zu bringen.

Finale Heidelberg Open - Elmshorn vs Köln (Endstand 1:3)

Finale Heidelberg Open - Elmshorn vs Köln (Endstand 1:3)

Sechs Vorrunden- und drei Zwischenrundenspiele später standen sowohl Köln 1 und Köln-Mekong im Regu-Halbfinale. Köln 1 setzte sich 3:0 gegen Strasbourg 1 durch, bei denen Noi als neuer Feeder zum Einsatz kam. Das Kölner Team vom Mekong unterlag ebenso deutlich Elmshorn. Das erwartete Endspiel nahm einen unerwarteten Verlauf. Elmshorn verkleidete sich auch am Karnevalssonntag wieder mit Joschi als Feeder und erspielte sich mit exakt dem Team, das sich drei Wochen zuvor beim Trainingslager in Köln den letzten Schliff für die Saison verpasst hatte, den ersten Satz. Anders als beim lockeren Kräftemessen zu Hause tat sich der TC schwer und kam erst Ende des zweiten Satzes besser ins Spiel, fand nach und nach seine Form und gewann schließlich mit 3:1 Sätzen den Titel.

Zu dem Zeitpunkt hatten schon alle Finalteilnehmer ein aufreibendes Doppel-Tunier in den Knochen. Im Halbfinale entschied Köln 1 das vereinsinterne Duell mit Mekong locker für sich, im 2. Semi-Finale mussten sich die Mitfavoriten von Elmshorn 1 bereits der kölsch-elmshornschen Mischung Thomas/Joschi nach 5 Sätzen ergeben. Auch im Finale versuchten die beiden Feeder-Boas ihre Kölner Gegner mit ihrem exakten, fehlerlosen Spiel zu erwürgen. In den ersten beiden Sätzen waren sie auch giftig genug, doch noch ehe sie ihre Kiefer ausrenken konnten, um die panischen Kölner bei lebendigen Leibe zu verspeisen, löste sich das Duo mitte des dritten Satzes in Corodile-Hunter-Manier aus der Umklammerung und packte die tapferen Zwei solange am Genick, bis sie sich kraftlos geschlagen gaben.

Siegerehrung Regu Heidelberg Open 2012

Siegerehrung Regu Heidelberg Open 2012

Die Gastgeber aus Heidelberg schrammten bei ihrem ersten und perfekt organisierten Heimturnier nur scharf am ersten Titel vorbei und unterlagen mit der ersten Mannschaft Strasbourg 2 im B Turnier. Wiedermal zeigten auch die Junioren aus Basel mit starken und ballsicheren Auftritten, dass in den nächsten Jahren mit ihnen zu rechnen ist. Vielleicht schon bei ihrem Heimspiel, dem kommenden Turnier in Basel am 17. und 18. März (mehr dazu unter www.takraw.ch).

Köln zeigt allen den Vogel…

25 Okt

…Malaysias Superstar schnappt ihn sich!

Zabidi Shariff ist ein Mann, der mit Gesichtszügen sparsam umgeht und in seiner Karriere als Sepaktakraw-Spieler schon einiges erlebt hat, Pokale in die Höhe stemmte und Siege feierte, die ihm in seinem Heimatland Malaysia zur Legende wachsen ließen. Er war einst einer der wenigen, der den thailändischen Superstars das Wasser reichen konnte. Was sollte da in sportlicher Hinsicht noch kommen nach seiner aktiven Laufbahn? Was erweicht das gestählte Herz eines asketischen Athleten, der seine erste Lebenshälfte den Saltos, Blocks und Jubelposen gewidmet hat? Am vergangenen Wochenende gab ein goldenes Hühnchen die Antwort auf diese fragen. Der goldene Patron und Namensgeber des Cologne Chickens Cup lag wie ein Baby in Zabidis Armen, auf dessen Gesicht ein zufriedenen Lächeln, als hätte ihm eine Fügung Gottes diese Ton-Trophäe beschert.

Doch wie kam es zu der unbefleckten Pokal-Empfängnis?

Ehe der Superstar des Wochenendes das starre Federvieh sanft in seinen Armen wog, ging er weniger rücksichtsvoll mit Ball und Gegnern um. Flankiert von seinem Bruder und seinem Tekong Engelbert trat er im Regu-Wettbewerb an und demonstrierte sein Können bis zum Finale. In diesem unterlag  Takraw Cologne deutlich und konnte nicht an die Leistung aus einem Showmatch anknüpfen, in dem der Gastgeber ein Satzgewinn gegen die weitgereisten Gäste gelang.

Zum zehnten Mal wurde bereits um das Hühnchen gespielt. Die Debüt-Sieger von 2002 aus Elmshorn sorgten ihrerseits in diesem Jahr durch eine Zwischenrundenniederlage gegen Straßburg für eine Überraschung und musste schon im Viertelfinale gegen Rekordsieger  Köln antreten. Die beiderseits mit lädierten Spielern angetretenen Teams zeigten eindrucksvoll, dass dieses Aufeinandertreffen auch ein würdiges Endspiel hätte sein können. Nach einem sehr knappen ersten Satz setzte sich Köln am Ende 2:0 durch und gewann auch das Halbfinale gegen Straßburg.

Für die Gastgeber war es ein silbernes Wochenende. Köln 3 erlangte den zweiten Rang in Division 2 hinter Paris und auch im Doppel scheiterte Köln 1 erst im Finale, das sie durch einen durchwachsenen Auftakt gegen starke Basler Junioren und eindrucksvolle Siege gegen Berlin und Elmshorner Teams erreichten. Gegen  Elmshorn 1 trat die obligatorische Schwächephase leider im entscheidenden dritten Satz ein und dauerte für die Kölner zu lange, um am Ende ganz vorne zu stehen.

Dennoch, und das gilt für das gesamte Wochenende, wurde den Zuschauen hervorragender Sport geboten. Die Takraw-Reise geht am kommenden Wochenende bei einem Trainingslehrgang im belgischen Gent weiter, wo Zabidi und Co. dem europäischen Nachwuchs wichtige Grundlagen für den Sport weitergeben und Spieler fördern, die in den nächsten zehn Jahren um internationale Trophäen spielen könnten und: sich vielleicht auch einmal von dem kalten Ton des legendären Kölner Hühnchen das Herz erwärmen lassen. Auch von diesem Gefühl wird Zabidi der zähe Striker einiges berichten können.

Fotos vom Turnier folgen

Dragons Cup 2011: Gute Kölner Bilanz gegen starke Asiaten

28 Jun

Auch wenn am Ende wieder die Teams aus Malaysia ganz oben auf dem Siegerpodest standen, war die stetige Weiterentwicklung der europäischen Mannschaften unverkennbar. Nur mit einiger Mühe verteigten die Gäste aus Asien ihre Titel. Weiterlesen